So kaufst du deinen ersten Bitcoin

„Fuck my Life“ – „Ich kriege noch einen Anfall“ – „Wie blöd sind wir eigentlich?“ …

So ging das das halbe letzte Jahr – ein Kumpel nervte mich immer wieder mit seinen wütenden Nachrichten bei iMessage und packte dann auch noch Screenshots dazu. Vom Bitcoin-Kurs oder von Ethereum – es ging immer steil nach oben. Unser Problem: Lohnt es sich da noch einzusteigen? Eher nicht! So ignorierte ich den Hype über Monate, obwohl ich mich schon auch öfters ärgerte, warum ich nicht schon längst mitverdiente … und dieses Gefühl verstärkte sich immer mehr …

Irgendwann überkam es mich dann. Könnte ich es verkraften, wenn der Bitcoin weiter durch die Decke ginge und ich nicht dabei wäre? Nein! Also ein klassischer Fall von FOMO – Fear of missing out – oder die Angst, etwas zu verpassen (darauf werde ich in einem anderen Blogpost noch genauer eingehen).

Eine Geschichte packte mich dann erst recht: Am 22. Mai 2010 hatte der Software-Entwickler Laszlo Hanyecz aus Florida zwei Pizzen gekauft – und zwar für 10.000 Bitcoin. Damals waren das umgerechnet 40 Dollar. Heute wären es mehr als 55 Millionen Dollar! Einfach irre! Wenn ich das aufschreibe, wird mir grade schon wieder schlecht …

Zum ersten Mal gehört hatte ich von Bitcoin vor ein paar Jahren. Ein Kollege hatte das Thema in der Redaktionskonferenz vorgeschlagen. Sein Name ist Dirk. Ich muss dazu sagen, Dirk könnte man wohl treffend als zerstreuten Professor bezeichnen. Er trägt Spitznamen wie „Hexer“ oder „Magier“. Anmerkung des Autors: Dirk, ich liebe dich und damit spreche ich wohl auch für alle anderen Kollegen. Aber so genial Dirks Ideen meistens sind – so undurchschaubar kommen sie manchmal auch daher. Deswegen kam mir der Bitcoin damals eher wie ein Nischen-Phänomen vor und ich konnte die Tragweite nicht einschätzen.

Am 1. September 2017 habe ich dann endlich genug: Ich will sofort ins Bitcoin Game einsteigen und zücke meine Kreditkarte …

Also wie kommt man an die Dinger? Zuerst recherchiere ich, auf welcher Plattform sich die Bitcoins kaufen lassen. Man kann sich nur auf Erfahrungsberichte anderer Nutzer, Ratings und Bauchgefühl verlassen. Kraken soll gut sein, Bitcoin.de weckt Vertrauen.

Ich mache mich dann auf der Seite https://www.bestbitcoinexchange.io/ schlau. Must Have für mich: ein deutschsprachiger Anbieter. Am Ende entscheide ich mich für Bitpanda. Wichtig: Das ist keine Empfehlung von mir, du liest hier nur meinen persönlichen Erfahrungsbericht.

Bei Bitpanda geht es dann jedenfalls einfach: Ich registriere mich per E-Mail-Adresse. Einziger Unterschied zu herkömmlichem Online-Shopping: Wer nicht nur für 50 Euro Bitcoins kaufen möchte, muss sich identifizieren. Dafür braucht es einen Video-Anruf bei ID-Now. Dafür setze ich mich einfach vor mein MacBook und chatte mit einem Mitarbeiter via Webcam. Eigentlich musste ich nur meinen Ausweis in die Kamera halten und etwas Geduld haben – ich hänge davor aber bestimmt 20 Minuten in einer Warteschleife.

Dann ist der erste Schritt geschafft. Ich kann für geringe Beträge Bitcoins kaufen. Dann geht es weiter: Man kann sich den Google Authenticator runterladen und macht damit das Konto noch sicherer. Es ist eine 2-Wege-Bestätigung für das Bitcoin-Konto. Zunächst muss man immer sein normales Passwort eingeben, aber dann kommt der Clou. Die Google-App bringt das Smartphone quasi als doppelten Boden ins Spiel, um sich endgültig ins Konto einzuloggen. Ich muss einen sechsstelligen Zahlencode eingeben, der in der App angezeigt wird. Und dieser Code ändert sich alle paar Sekunden. Dann kann es losgehen mit dem Kauf.

Der gestaltet sich am einfachsten. Es gibt bei Bitpanda vier Währungen zur Auswahl: Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Dash. Ich entscheide mich für Bitcoin, gebe einen Betrag in Euro ein und zahle per Kreditkarte. Wenige Minuten später habe ich 0,09694824 Bitcoin auf meinem Konto. Gebühren fallen direkt keine an, aber die Plattform macht einen Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs. Da gehen dann mal so 10 Euro flöten. Das kann ich verkraften, immerhin soll aus dem investierten Geld ja irgendwann ein Vermögen werden – hoffentlich …

Man kann die Bitcoins jetzt liegenlassen, theoretisch setzt man sich damit aber dem Risiko aus, dass die Plattform gehackt wird. Dann wären die Bitcoins verloren. Den Private Key (der wichtigste Zugangsschlüssel zum Geld) verwaltet nämlich die Plattform. Also nehme ich mein Kryptogeld selbst in die Hand und transferiere es auf das Wallet von blockchain.info. Dafür sende ich das Geld an die Auszahlungsadresse (mein öffentlicher Schlüssel bei blockchain.info). So könnte man auch Geld an eine andere Privatperson überweisen. Wichtig: Es können Transaktionsgebühren anfallen (kommt auf die jeweilige Plattform an und wie teuer der Transfer der Währung grade aufgrund des Traffics im Netzwerk ist). Den Private Key für mein Wallet verwalte ich nun selbst.

Wichtig: Solltest du jemals Kryptowährungen kaufen und deinen Private Key selbst verwalten, dann pass sehr gut darauf auf. Du solltest ihn niemals vergessen, sonst kommst du selber nicht mehr ran an deine Bitcoins. Und bitte nicht weitersagen: Denn du verrätst die PIN für dein Bankkonto ja auch nicht. Das Konto lässt sich zudem sichern durch eine Reihenfolge von zwölf Wörtern, das ist der sogenannte Seed. Sie werden einem zufällig zugelost, und man muss sie sich notieren. Aus einzelnen Buchstaben der Wörter lässt sich das Konto immer wieder herstellen.

Noch ein Tipp: Wer beispielsweise Bitcoin gegen Ethereum & Co. tauschen möchte, surft einfach auf https://shapeshift.io/#/coins. Dann lassen sich die Kryptocoins direkt transferieren – ohne Euro & Co.

Disclaimer: Dieser Text ist nur eine grundlegende Anleitung beziehungsweise ein Erfahrungsbericht zum Kauf von Bitcoin. Ich spreche damit keine Empfehlung aus. Mittlerweile halte ich persönlich keine Bitcoins mehr. Ich habe meinen Bestand an die Trading-Plattformen Bitfinex und Binance überführt und handle mit anderen Kryptowährungen. Wie ich das mache und was ich dabei erlebe, darüber werde ich regelmäßig auf diesem Blog berichten.

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