Alles auf Rot: Wenn der Crypto-Markt crasht ...

Black Friday wird ein Blutbad für mich: Alle Kryptowährungen kollabieren! Falle ich jetzt endlich auf die Schnauze? Ist das der Big Bang? Das Ende der Bitcoin-Blase? Auf meinem Bildschirm sehe ich nur noch rot! Die Kurse stürzen – und ich stehe mittendrin und muss lebendig rauskommen. Irgendwie! Ein Drama in 5 Akten …

Eigentlich beginnt alles am Vorabend dieses schwarzen Freitags. Es ist der 21. Dezember – und ich habe einen Lauf bei den Kryptowährungen. Zwei Tage zuvor hatte ich die perfekte Welle bei Dash erwischt, innerhalb von zehn Minuten einfach mal 500 Dollar mitgenommen und fast perfekt wieder ausgestiegen. Ich habe in den letzten Wochen dicke Gewinne eingefahren und kann es leicht verschmerzen, wenn mein Depot mal um 300 Dollar abstürzt binnen Sekunden. Hauptsache ich reagiere schnell und begrenze die Verluste. Riskieren und raus; wenn es nicht steigt. Also stecke ich abends noch 3.000 Dollar in Santiment (SAN). Warum? Nennen wir es eine Mischung aus Momentum und Gefühl. Der Kurs war stark gestiegen und schien keine Grenzen mehr zu kennen. Und ich wollte mal wieder die perfekte Welle erwischen. Vielleicht sollte ich es auch einfach Größenwahn nennen.

Der erste Absturz

Irgendwie hatte ich von Anfang an kein gutes Gefühl dabei. Es fühlte sich wie dieser typische Fehler an: Ich habe einen Lauf, also kann es eigentlich nur weiter nach oben gehen. Selbstvertrauen macht alles möglich – Selbstgerechtigkeit vieles kaputt. Deswegen schlafe ich schon schlecht und schaue alle zwei Stunden aufs Smartphone. Wichtige Anmerkung: Ich habe einen sehr leichten Schlaf. Und ich habe mich tatsächlich schon mit einigen Bitcoin-Investoren unterhalten. Man gewöhnt es sich wohl an, die Kurse auch nachts zu checken.

Und das hilft mir dann auch, morgens sofort zu kapieren, was da grade passiert: Crash. Die Kurse stürzen innerhalb von Sekunden. Aber ich entscheide mich schnell: raus da! Ich verkaufe sofort alle meine Santiment-Coins – und komme damit glimpflich davon. Danach stürzt der Markt weiter … über Nacht hab ich einfach mal 2.000 Dollar verknallt. Das passt mir alles super so kurz vor Weihnachten. Eigentlich wollen mich meine Eltern in zwei Stunden in München besuchen und danach soll es ab in den Weihnachtsurlaub gehen – schön entspannt im beschaulichen Rosenheim. Aber jetzt ist erst mal keine Zeit dafür. Ich will mein Geld wieder haben!

Die Wiedergeburt

Deswegen verfolge ich den Crash und warte, bis die Kurse einen Boden gefunden haben und sich zumindest um ein paar Prozentpunkte erholen. Dann fällt mein Blick sofort auf eine meiner Lieblingswährungen: IOTA. Der Kurs war zwischenzeitlich von 4 Dollar auf 1,10 Dollar gefallen. Jetzt steht er bei 2,20 Dollar. Keine Frage. Ich muss da rein! Und stelle dann auch alles rein. Dann ziehen die Kurse an …

Der Wendepunkt

Und innerhalb weniger Minuten wird aus dem Minus von 2.000 Dollar ein Plus von 1.500 Dollar. Ich springe erst mal durch meine Wohnung. Erleichterung. Adrenalin. Und frage mich, ob ich nicht damit aufhören sollte. IOTA steigt bis auf 3,80 Dollar. Soll ich jetzt verkaufen? Aber wie ärgerlich wäre es, wenn es einfach weitersteigt. Auf 4, 5 oder 6 Dollar. Ich verkaufe nur einen kleinen Anteil … und hoffe, dass ich die Welle jetzt endlich wieder reiten kann.

Der zweite Absturz

Aber die Welle bricht jetzt zum zweiten Mal über mich herein und ich habe Angst, zu ertrinken. Denn jetzt stürzt nochmal alles ab.

Crash reloaded.

Langsam kriege ich Angst. IOTA fällt wieder auf meinen Einstandskurs. Damit hab ich zwar unter dem Strich bei meinem IOTA-Investment nichts verloren, aber ich frage mich: Wird es jemals wieder steigen? Die Party könnte endgültig vorbei sein … aber ich habe jetzt eh keine andere Wahl außer: abwarten und hoffen. Verkaufen wäre jetzt der größte Fehler.

Aber wann steigt es endlich wieder? Während ich mit meinen Eltern auf der Autobahn von München nach Rosenheim fahre, schaue ich alle fünf Minuten bei Bitfinex nach und checke die Kurse. Nichts tut sich! Mein Vater stellt mir eine Frage, die ich nicht höre und nicht beantworte. Ich sitze im Auto, aber ich bin trotzdem nicht da.

Die Erlösung

Am Abend sitze ich beim Italiener und esse mit meinen Eltern zu abends. Es gibt 4 Gänge. Pasta mit Trüffel-Sauce, Lachsfilet und Tiramisu. Ich genieße das Essen, aber noch mehr, dass es im Keller-Verließ keinen Empfang gibt. Der Bitcoin lässt mich für 2 Stunden los. Als wir den Italiener verlassen haben, surfe ich sofort auf Bitfinex. Und es steigt! Am Ende steht ein dickes Plus, aber ich ärgere mich trotzdem, dass ich so viel Zeit und Nerven damit verschwendet habe … und wenn ich überschlage, was ich tatsächlich verloren habe. Wenn ich nämlich auf dem Zwischenhoch alles verkauft und beim Tief wieder eingestiegen wäre … aber Schluss damit! Weihnachten ist dann doch für ein paar Tage wichtiger als die Goldgräberstimmung. Wobei sie mich auch über die Feiertage erst recht nicht loslassen wird …

1 comment

  1. Hallo Mario,

    mir gefällt Dein Blog – Du schreibst spannend und authentisch. Ich darf kommentieren. aber warum sehe ich keine Kommentare anderer Leser? In anderen Blogs sind die Kommentare veröffentlicht und das ist oft aufschlussreich und erspart manchmal den eigenen Kommentar.

    Nächtliche Grüße

    Gilla

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